Los gings mit dem Zug über Nacht nach Boden. Hätte eigentlich eine derbe Party
im Zug erwartet und kein Schlaf, es hielt sich aber sehr in Grenzen und wir sind fit um sieben in Boden angekommen. Nach einem Frühstück ging es weiter mit dem Bus, den ersten kurzen Stopp legten wir am Polarkreis ein. Das Interessante dabei waren vor allem die Franzosen und Spanier, die nicht so viel Schnee gewohnt sind (es hatte dort ca. 40 cm...:-)).Weiter ging es nach Jokkmokk, wo wir das Sami-Museum besuchten und den Besucherrekord im System Bolaget brachen.
Am Nachmittag besuchten wir eine Fotografin die extra nach Schweden gezogen ist, um Nordlichter zu fotografieren. Nordlichter - oder Aurora Borealis - entstehen wenn die Gase der Sonne mit dem Magnetfeld der Erde reagieren, das nahe den Polen besonders stark ist (Christoph bitte melden wenn das nicht so stimmt, aber ich habs so verstanden). Dabei entsteht dann grünes, blaues, gelbes ach, Licht in allen Farben das sich dann bewegt. Japaner glauben, dass wenn ein Kind unter Aurora Borealis gezeugt wird, wird es ein Genie. Anscheinend ist es auch sehr wichtig für sie, einmal im Leben die Nordlichter zu sehen.
Dann besuchten wir eine Sami Familie inklusive ihrer Rentiere. Mir hat eins aus der Hand gefressen, das war toll. Die Rentiere haben genau die richtige Größe für mich... viel kleiner als Kühe und Hirsche. Wir durften geräuchertes Rentierfleisch und eine Rentierbrühe probieren. Beides sehr gewöhnungsbedürftig, mir schmeckt das gebraten besser.
Mutter und Tochter Sami haben uns verschiedenes zu ihrer Kultur erklärt und erzählt wie es ist, als "moderner" Sami in Schweden zu leben. Sie sehen sich selbst zum Beispiel nur als Sami, nicht als Schweden. Hierbei muss ich vielleicht erwähnen, dass das Volk der Sami über Norwegen, Finnland, Schweden und Russland verstreut ist.

Im Hostel in Kiruna angekommen, haben wir unser 9er Zimmer bezogen und sind in die Sauna gesprungen, natürlich mit einem kühlen Bier - lecker.
Dann wurde gekocht und noch ein Bier in einer Bar getrunken und dann gings eh schon ins Bett. Am nächsten Tag hatten wir vormittags Zeit, Kiruna zu erkunden. Kiruna hat ca. 20 000 Einwohner, das Stadtgebiet ist allerdings größer als das von New York und ungefähr so groß wie Wales. Hier gibt es eine sehr schöne Holzkirche. Wir wollten auch reinschauen, aber die Messe hat gerade begonnen. Wir haben uns noch gewundert, warum die Polizei vor der Kirche Streife gefahren ist, später hat uns dann ein Schwede erzählt, dass der KÖNIG in der Messe war.
Manno... aber naja, am Nachmittag wurden wir zum Hundeschlittenfahren abgeholt!Das war super toll! Wir saßen jeweils zu viert auf einem Schlitten, und weil Madame Berchtold ja nicht die Größte ist, hat sie vorne sitzen dürfen!!! HAHA. Zwölf Hunde haben uns gezogen, es war eine super Erfahrung und wir haben einen tollen Sonnenuntergang gesehen. Halt! Sonnenuntergang? Nein nicht wirklich. Es gibt keinen Sonnenuntergang weil die Sonne gar nicht aufgeht! 4 Wochen im Jahr sehen die Menschen in Lappland die Sonne nicht. (Daher auch Winterdepression
en weil Vitamin D Mangel, weil der nur mit Sonne produziert werden kann).Aber zurück zu den Hunden. Jaja die Schlawiner. Die haben dann manchmal auch gekackt und da wars dann teilweise gefährlich ganz vorne zu sitzen... Aber durch aerodynamisches Sitzverhalten ließ sich das Schlimmste verhindern. Pause mit starkem Kaffee vom Lagerfeuer im Samizelt - wir lernen einen ausgewanderten Deutschen kennen, der jetzt Hundeschlittenfahrten durchführt, dann geht es wieder zurück. Es war echt phänomenal.
Dann wieder in den Bus nach Abisko. Das ist ein Nationalpark in den Bergen nahe der norwegischen Grenze. Highlight war hier der Saunagang direkt am See. Gemeingefährlich war aber eher der Weg dorthin. Weil es für Lappland sehr warm war und getaut hat, wer der Weg sehr sehr sehr sau eisig und sehr nass - ich war jedenfalls froh, dass ich zwei Paar Schuhe dabei hatte. Mit Schnee abgekühlt und dann wieder zurück, immer den Blick gen Himmel ob wir nicht doch Glück haben und Nordlichter sehen. In der Gemeinschaftsküche wurde dann gekocht und tatsächlich: Ein Schrei und alle rennen zum Fenster beziehungsweise Schuhe und RAUS! Nordlichter!!! Das ist echt etwas Besonderes, ich glaub das vergess ich so schnell nicht. Es sieht so unwirklich aus irgendwie, wie in Science-Fiction Filmen. Toll. Es hat leider nur fünf Minuten gedauert, aber immerhin! Wir waren alle sehr happy, dass wir es überhaupt gesehen haben!
Da hab ich doch gleich mal zum Feiern das "Austrian Water" ausgepackt: Obstler. Nicht alle waren begeistert, ein Südafrikaner hat allerdings ziemlich angezogen :-)
Abfahrt am nächsten Morgen um 8:15 Uhr, für Eramus-Studenten mitten in der Nacht. In Lappland auch mitten in der Nacht weil es noch stockdunkel ist. Nächster Stopp: Icehotel Jukkasjärvi! Ein etwas überteuerter Eintrittspreis aber wat mut dat mut...
Drinnen war es lustigerweise kälter als draußen: Konstante Temperatur ist -5 Grad. Es gibt Designer Suiten und "Ordinary Room".
Ab ca. 150 Euro pro Person ist man dabei. Die Designerzimmer sind sehr sehr schön, die Designer kommen aus aller Welt und am Eingang steht immer eine Erklärung, welche Inspiration der Designer hatte. Die Künstler haben jeweils zwei Wochen Zeit "Ihr Zimmer" fertig zu machen, sie arbeiten in der Zeit oft 14 - 16 Stunden am Tag. Das Hotel ist noch nicht 100% fertig aber wir konnten in sehr viele DesignerZimmer schauen. Man schläft auf einem Holzrahmen mit Matratze, Rentierfell und Schlafsack. Sehr sehr witzig, die Badezimmer sind übrigens nicht aus Eis.Die letzte Station auf unserem Lappland Trip war Gamla Lulea. Das ist ein Kirchenstädtchen, das heute Unesco geschützt ist. Es ist entstanden, weil die Leute früher von sehr weit her gekommen sind, um zu Kirche zu gehen. Die Schweden haben dann mit Kind, Kegel und sogar Tieren in den winzigen Cottages übernachtet.
Tja, dann ging es schon wieder nach Boden zum Zug. Der Selbstversuch zeigt: In eine 6-Personen-Kabine passen 36 Menschen, gestunken hat es allerdings als wären es 48.
Müde, aber glücklich und voll mit unglaublichen Bildern und Eindrücken sind wir am Dienstag morgen wieder in Stockholm angekommen. Obwohl es kaum Minustemperaturen hatte, war es trotzdem ein toller, phantastischer Trip, den ich so schnell nicht vergesse.
So, wem es jetzt noch nicht zuviel war mit lesen, hier gibts nochmal was auf die Augen...
Bis bald - schöne Grüße!
3 Kommentare:
veldig deilig! Er litt misunnelig.
Vi sees og snakkes.
geile bilder kattttttll, isch ja fast wie in riezlern da geht momentan auch die sonne garnicht auf !!!!!
I was looking for MEN Denim Collection and was wondering if Citizens of Humanity is the best designer for MEN Denim Collection?
Kommentar veröffentlichen